Donnerstag, 27. Juli 2017

"Schwein gehabt"

Es war August und die Sonne strahlte endlich wieder nach einer Woche Dauerregen.

Ich wollte mein Glück auf den Schwedenbock (Geschichte folgt) versuchen, einen braven 6er den ich schon über 2 Jahre kannte. Er hatte dieses Jahr ein ungewöhnlich starkes Gehörn und da ich noch einen Bock frei hatte, sollte es dieser werden. Er hatte seinen Einstand in einer 3 Hektar großen Waldinsel. Diese umgab heuer auf der einen Seite ein halb geerntetes Rapsfeld.Auf der anderen Seite Mais und angrenzend ein Weizenstoppelfeld. An dieser Ecke wollte ich sitzen.

Ich stiefelte gerade vom Auto zum Sitz und freute mich auf entspannte Stunden als ich eine Bewegung am Waldrand direkt neben der Leiter wahrnahm. Ich war recht unvorsichtig angelaufen, da ich um diese Zeit noch nicht mit Wild gerechnet hatte und das rächte sich jetzt.

Dort stand der gesuchte Bock mit einem Schmalreh und äugte mir auf nur 20 Schritt entgegen. Wir waren beide über die Anwesenheit des anderen ziemlich erstaunt und so musterten wir uns beide einen Augenblick, eh sich der Bock, in hohen Fluchten entfernte. So ein Mist!!

Was sollte ich tun? Auf den Sitz rauf?

Er würde ja wohl kaum heute dort nochmal auftauchen. Nein, ich fasste den Entschluss ihm nachzugehen und pirschte in die Richtung in der der Gesuchte entschwunden war. Alle Sinne angespannt und so ging es durch den Bestand. Da die Insel je nicht besonders groß war gelangte ich schnell an den Rapsrand. Dort stand eine alte völlig vermooste Bockleiter. Diese war mir vorher noch nie aufgefallen. Mir kam der Gedanke, dass ich von dort oben über das stehende Feld schauen und so vielleicht den Bock ausmachen könnte. Also mal kurz gerüttelt, sie schien stabil zu sein.

Arschbacken zam und rauf auf das prähistorische Teil. Bei jeder Sprosse ächzte die Leiter besorgniserregend. Als ich gerade oben angekommen war kam es so, wie es kommen musste. Die oberste Sprosse gab nach. Ich klammerte mich an der Brüstung fest und versuchte verzweifelt die nächste Sprosse zu erreichen als dies gelang krachte auch diese entzwei und ich umklammerte nun nur noch einen Leiterholm und strampelte Halt suchend in knapp 4 Metern herum. Das war dann zu viel für den Sitz. Nun kippte das Ganze samt mir zur Seite weg. Glücklicherweise waren, dort wohin die Leiter fiel, etliche Büsche gewachsen und diese nahmen mich und die Leiter in Empfang. So war ich nun zwar komplett grün vom Moos und hatte auch ein paar Kratzer durch die Äste aber sonst war ich unverletzt. Die Waffe hatte auch nichts weiter abbekommen, da ich diese wie einen Säugling beim Sturz fest an mich gedrückt hielt. Also nochmal mächtig Glück gehabt!

Als ich dann die verstreuten Sachen aufsammelte hätte ich schwören können den Bock zurecht lachen gehört zu haben. Den Bock hatte ich nach dem ganzen Krach abgeschrieben, aber es war einfach so schön draußen. Also beschloss ich, mich auf die ursprünglich geplante Leiter zu setzen,um einfach den Abend zu genießen und mich zu freuen, dass ich mir nicht das Genick gebrochen habe. Als ich dann endlich saß, konnte ich ein paar Hasen auf der Stoppel beobachten und der Puls war wieder im Normalbereich. Aber nicht lange.

Denn auf 250m wechselten 3 Überläufer aus dem Mais auf die Stoppel. Mensch das gibt’s doch nicht! Das Licht war noch klasse und die Größe passte auch bei den Sauen. Das Einzige was schlecht war, war die Entfernung. Was tun?

Die Chance wollte ich nicht ungenutzt lassen also runter vom Sitz und angepirscht. Ich schlich langsam in der 5ten Maisreihe und vergewisserte mich immer das die Sauen auch noch da waren, indem ich immer mal aus dem Mais zu ihnen spähte.

Als ich gut 80m an Ihnen dran war, zogen diese doch tatsächlich wieder in den Mais hinein. Das darf doch nicht wahr sein!! Ich versuchte ihnen den Weg abzuschneiden und drang nun selber tiefer in den Mais ein. Auf einmal konnte ich sie hören. Sie müssen unmittelbar in meiner Nähe sein. Ich war voll angespannt und versuchte im hocken irgendwas zu erkennen, aber da war nur eine grüne Wand.

Nun hörte ich wie die Sauen versuchten mich zu umschlagen, um Wind zu holen. Jetzt müssten sie bald auf meine Reihe wechseln. Was für ein Krimi. Ich ging in die Hocke und zielte in die Richtung wo die Sauen auftauchen sollten. Ich war im Anschlag und bereit. Ein Haupt eines Überläuferkeilers erschien zwischen den Blättern und Stängeln und schob sich 10m vor mir zwischen die Reihen. Er verhoffte kurz und ich krümmte den Finger durch, er konnte wohl den Knall nicht mehr hören, als er wie vom Blitz getroffen zusammen brach. Sein 2 Mitstreiter entfernten sich zügig. Als ich dann vor dem 50kg Burschen stand, ließ ich die letzte Stunde nochmal Revue passieren.
Ich hatte an diesen Abend einfach richtig Schwein gehabt.

Waidmannsheil und Waidmannsdank

J.

Mittwoch, 26. Juli 2017

Der Bremsenbock

Seit Montag jagen wir im neuen Revier beim Thüringer Forst.
Eine schöne Ecke in der wir 10 Sitze für uns haben. Hier sind wir ungestört und können so viel jagen wie wir wollen.

Nun zog es uns jeden Tag und jeden Abend raus ins Revier. Am Montag hatte ich so viel Anblick, bin aber nicht zum Schuss gekommen. Zwischen den Bäumen konnte ich ein Schmalreh entdecken, dann zog über die Wiese ein Jungfuchs und später dann, hörte ich in der Dickung neben mir die Sauen rennen, quieken und schnauben. Leider aber zeigte sich keine von ihnen.

So ging es täglich weiter und am Donnerstag ärgerte ich mich einmal mehr über mich. Dort wo ich sitze ist ein wortwörtlich Nest an Bremsen. Das ist unglaublich. Jedenfalls lief ich meinen Sitz an und musste dann nach links in einen Weg einbiegen. Da wir 5 Minuten vorher mit dem Auto dort vorbei gefahren sind und ich kein Wild sah dachte ich mir nichts bei und hatte damit zutun, mir diese elenden Bremsen vom Leib zu halten. Gefährlich wurde es nur, als sie mir direkt ins Auge flog, naja und unter meiner Cappi gefangen wedelte, ich wie verrückt, um dieses Tier loszuwerden. Ich lief nebenbei weiter und wollte gerade in den Weg einbiegen, da machte ich einen Bock hoch. Ich hatte den mit meinem Gewedel nun also vergrämt.

Mist dachte ich mir, dass fängt ja schonmal gut an. Ich baumte dann leise auf und hörte ihn in dem Dickicht nebenan laufen. Meine Hoffnung war noch nicht verflogen, vielleicht kommt er ja noch einmal wieder. Ich ließ mir etwas länger Zeit als sonst und fing dann nach ca. 40 Minuten die erste Serie an zu blatten. Hm, nichts reagierte. Ich wartete 5 Minuten und versuchte mein Glück noch einmal, aber auch hier blieb es ruhig. Ich beließ es dabei und lehnte mich zurück. Ich machte die Augen zu und genoss die Ruhe und das zwitschern der Vögel.

Später am Abend erfreute mich dafür der Anblick einer Ricke mit ihren beiden Kitzen. Es war so schön den beiden beim erkunden zusehen zu können. Das Video davon werde ich euch mit hochladen. Nicht die beste Qualität, aber man kann alles erkennen. Muss wohl doch mal eine neue Kamera her ;-)!

Als es dann dunkel wurde und wir nichts mehr sehen konnten, baumten wir ab und erzählten uns auf der Heimfahrt unsere Anblicke. Wie immer haben wir viel gesehen, aber keiner von uns beiden hat Beute gemacht. Aber gar nicht schlimm, manchmal reichen solche Anblicke aus.



Am Freitagmorgen um 4 Uhr klingelte der Wecker. Naja unbeeindruckt davon drehten wir beide uns wieder um und schliefen dann doch wieder ein. Die innere Uhr weckte mich dann doch halb 7 und ich ärgerte mich, dass wir nicht aufgestanden sind. Naja gehen wir halt am Abend raus und so taten wir es auch.

Frank holte mich 18 Uhr nach meinem Dienst ab und dann fuhren wir auch schon ins Revier. Im Auto noch fix die Schuhe gewechselt und die Hose und Jackentaschen mit allem ausgerüstet.
Wieder baumte ich an meiner Lieblingsecke auf, an der ich nun jeden Tag Anblick hatte.

Ohne Stress ließ ich mich auf meinem Sitz nieder, stellte und legte alles zurecht und wartete. Diesmal habe ich mich entschieden erst später zu blatten. Es muss so gegen 19.00 gewesen sein und ich versuchte eine Serie mit dem Blatter. Erst ganz zaghaft, dann wieder eine Pause und dann nochmals eine Serie mit dem Fiep. 10 Minuten später versuchte ich mich mal am Sprengruf, mehr als nichts kommen kann ja nicht! Siehe da, der Bock kam. Er zog an der rechten Seite aus dem Dickicht heraus, in meine Richtung. Nie stand er breit und er zog immer weiter hinter den Sitz. Ich überlegte im Kopf schon wie und wo ich auflegen sollte.

Er wollte auf der anderen Seite in den Wald hinein ziehen, ich ging mit der Waffe mit, er verhoffte auf meinen Pfiff nur einen Moment und ich ließ die Kugel fliegen. Aber was war das?? Ich repetierte unbewusst durch und schaute weiter durch mein Zielfernrohr.
Die Reaktion des Bockes war ein weglaufen. Ich sah den Bock nur durch das Dickicht rennen und dann war er aus meinem Blickfeld auch schon verschwunden. Shit!!!!

Nicht getroffen? Schlecht getroffen? Was hast du gemacht? Was ist denn nun passiert?

Mein Puls raste und ich konnte in dem Moment keinen klaren Gedanken fassen. Ich nahm mein Handy und wollte Frank schreiben. Meine Hände und Beine zitterten so doll. Es waren gerade 5 Minuten rum, aber es hielt mich nicht mehr oben. Dieser Gedanke nicht zu wissen was los ist, machte mich wahnsinnig. Ich ging also zum Anschuss. Schweiß!!! Ok, du hast getroffen. Ich verfolgte die Spur ein Stück ins Unterholz und sah das ich da nicht so einfach durchkomme. Ich überlegte mir, auf dem Weg zu schauen. Vielleicht ist er ja auf die andere Seite gewechselt. Ich lief langsam um die Ecke herum und trat auf den Weg. Am Weg entlang führt ein kleiner, bewachsener Graben. Ich blieb stehen, denn ich sah ihn liegen. Ich nahm meine Waffe hoch und schaute durch mein Zielfernrohr nach der Atmung und Bewegung des Tieres. Nichts!!!!

Langsam und mit zittrigen Beinen trat ich an ihn heran und sackte neben ihm zusammen. Ich konnte nichts dagegen tun, mir schossen die Tränen in die Augen und ich wusste nicht warum! Ich nahm den Bock und brachte ihn an meinen Sitz. Was war denn nur los mit mir? Die Tränen kullerten und ich konnte einfach nicht aufhören.

Das letzte Mal war die Reaktion so heftig, als ich meinen 1. Bock geschossen habe. Irgendwie fühlte es sich nach der langen Jagdpause auch wieder so an. Nur so konnte ich mir selbst diese heftigen Emotionen erklären. Ich versuchte Frank zu erreichen, kein Empfang. Mist! Wieder hoch auf den Sitz und dort gewartet. Ewig hat das Netz gesucht und dann rief er an. Er fragte was los war. Ich erklärte immer noch unter Tränen die Situation und er machte sich auf den Weg zu mir.

Ich stieg wieder vom Sitz ab und gab dem Bock den letzten Bissen. Ich setzte mich neben ihn, legte meine Hand auf seine Brust und wartete. Es wurde still um mich herum. In dem Moment hatte ich das Gefühl keinen Vogel zwitschern zu hören, keine Fliege summte, der Wind bewegte auch kein Blatt mehr. Ich schaute mir meinen Schuss nochmal genauer an und war unzufrieden mit mir selbst. Der Einschuss war auf der rechten Seite an der drittletzten Rippe reingegangen und leider auf der linken Seite am Vorderlauf raus.

Mist!!! Darüber ärgerte ich mich in dem Moment so sehr. Ich ging die Situation vor dem Schuss noch ein Mal durch. Stand er doch nicht breit genug? Eine kurze Bewegung vom Bock? Je öfter ich darüber nachdachte, umso unsicherer wurde ich mir zum Schluss.

Frank kam, wünschte mir Waidmannsheil und ich erklärte was los war. Er versuchte mich zu beruhigen, auch das der Schuss nicht schlecht war. Der Bock lag sofort, dass Herz war getroffen, also alles ok. Das ich mich ärgerte sei ok - wäre schlimm wenn es nicht so wäre. Wir brachen bei der Hitze den Bock gleich im Revier auf, nutzten dafür die Leiter des Hochsitzes. Gleich durfte ich mir mal das Ringeln aus nächster Nähe ansehen. Selbst habe ich das noch nie gemacht.

Den Bock haben wir dann ins Auto geladen und sind ins Forstamt gefahren um zu säubern und zu wiegen. Schnellstmöglich sollte er in die Kühlung kommen, denn draußen war es mega drückendes Wetter. Angekommen haben wir abgeschärft was nötig war, den Dreck abgespült und den Bock gewogen. Knapp 17 kg aufgebrochen hatte der Gute. Wir schätzen ihn auf 3-4 Jahre, genaueres werden wir sehen, wenn wir ihn abkochen. Alle Formalien ausgefüllt und dann den Zerwirkraum gesäubert - jetzt schnell nochmal raus und wieder hingesetzt. Wir hofften auf die Rotte Sauen, die den einen Abend ja schon vor 22 Uhr unterwegs war. Mehr als eine Ricke mit Kitzen, die Frank beobachten konnte, kam dann aber nicht mehr.

So baumte ich dann gegen 22.15 ab und lief zum Auto. Wir fuhren nach Hause und ich erzählte immer nochmal vom Bock und reflektierte nochmal meinen Schuss. Im Hinterkopf hatte ich aber, dass er nicht leiden musste und sofort verendet ist, dennoch werde ich beim nächsten Schuss nochmal genauer aufpassen.


Ein Bock der mir wohl noch lange in Erinnerung bleiben wird.







Waidmannsheil und Waidmannsdank

Josi



p.s. Danke Jonas für die Titelidee ;-)

Mittwoch, 28. Juni 2017

Mit Spannung bei den Waldtagen!

Wie auch im letzten Jahr standen wieder die Waldtage mit dem Thüringer Forst auf dem Plan. Anfang des Jahres gab es ein Treffen dazu, um den genauen Ablauf zu besprechen.



So fieberte ich also eine geraume Zeit auf die beiden Tage hin und nun war es endlich wieder soweit. Diesmal war ich nur nicht alleine an meinem Stand, sondern hatte Bracke Alvin dabei, der ab und an für eine unterhaltsame Show sorgte ;-).





Meine Station sorgte für den sportlichen Ausgleich, neben den ganzen Quizstationen. Bei mir sollten die großen und kleinen Kinder über eine Slackline balancieren. Wenn sie hier erfolgreich waren, so konnten sie sich im Anschluss noch Zusatzpunkte ergattern. Hier galt es drei Fragen richtig zu beantworten! Die Erzieher und Lehrer konnten für ihre Gruppen jeweils einen Zusatzpunkt gewinnen, indem sie auch über die Slackline liefen. Es war schön zu sehen, wie die Kids die Erwachsenen anfeuerten.



Im Vergleich zu meinem Job im Jugendhilfezentrum, war es mal eine angenehme Abwechslung mit den kleinen Kindern einen Ausflug in den Wald zu machen ;-)!



Erschreckend fand ich persönlich nur, dass fast alle Kinder nicht wussten, wie man sich im Umgang mit fremden Hunden verhält. Gott sei Dank ist Alvin da recht ruhig und entspannt geblieben. Wäre das ein Hund gewesen, der das mit der Knuddelei nicht so lustig gefunden hätte, so hätte manches Kind eine Hand verloren. Manchmal konnte man gar nicht so schnell reagieren und schauen, wie die Kids an dem Hund rumfummelten.

Dieses:" Oh ein süßer, kleiner Hund - den muss ich streicheln!" Leute ich rede hier von Kids im Alter ab 10 Jahren. Sorry, da sollte man schon wissen, wie man sich gegenüber fremden Hunden verhält. Ich kann mich noch an meine Kindheit erinnern, ich war auch unerschrocken und wollte jedem Hund um den Hals fallen, jedoch habe ich zuvor gefragt. Viele der Kinder kamen an die Station, sahen Alvin, rannten auf ihn zu und fingen an ihn zu streicheln. Meist interpretierte Alvin das als Spiel, sodass er mit Bellen anfing und die Kinder einen Satz zurück machten. Also fing ich an ihnen zu erklären wie man sich richtig verhält.

Ich habe am Anfang nur damit zutun gehabt, den Kindern den Umgang zu erklären. Daraus entstand meine Idee, dass als extra Punkt anzubieten. Vielleicht nutzt man die Möglichkeit mit den Hunden in Schulen und Kitas zu gehen und zu zeigen wie es richtig gemacht wird. Es gibt ja doch Kinder die keinen Kontakt zu Hunden haben und ich finde es absolut wichtig, dass sie das Lernen! Oft genug beobachtete ich Situationen, in der wildfremde Kinder auf Hunde zu rennen um diese zu streicheln. Mir selbst ist das mit meinen beiden Terriern oft so gegangen. Gerade die Größe der Hunde, nimmt den Kindern die Vorsicht und den Respekt.

Aber nun nicht gleich aufschreien und sagen das ist nicht so. Das sind ganz alleine meine Erfahrungen!! Es gibt auch genug Erwachsene die sowas machen ;-) und es gibt auch super Kinder, die sich richtig verhalten.





Aber zurück zum eigentlichen Thema: Wir hatten mega gutes Wetter, es war sonnig, aber nicht  zu heiß. Die Kids waren alle motiviert und gut drauf und hatten an allen Stationen eine Menge Spaß. Wie jedes Jahr waren diese Tage einfach sehr gelungen.   Zum Abschluss dann das gemeinsame Braten und Toben auf dem Spielplatz, strahlende Kinderaugen und das Lachen der Kids, ist Belohnung und Bestätigung genug alles richtig gemacht zu haben.




Ich freue mich auf jeden Fall im nächsten Jahr wieder dabei sein zu dürfen. Zum Abschluss der zwei Tage habe ich einen schönen Pokal bekommen. Der ziert nun den Schreibtisch. Wie ich finde eine mega coole Erinnerung an zwei tolle und aufregende Tage.





Fazit: Die Zusammenarbeit mit dem Thüringer Forst ist absolut klasse. Alle Leute sind offen für Neues und haben Spaß an der Sache. Das ist eh das Wichtigste!! Anders bekommt man die kleinen und großen Zwerge gar nicht motiviert. Man wird als Außenstehende in ein Team aufgenommen, als würde man täglich mit Ihnen zusammen arbeiten. Für mich eine der besten ehrenamtlichen Tätigkeiten, die ich machen konnte.

Ich freue mich auf jeden Fall jetzt schon auf das nächste Jahr.



Waidmannsheil Josi

Montag, 26. Dezember 2016

Auf Dunkelheit, folgt Licht

Liebes Tagebuch,

mein Jahresrückblick ist dieses Jahr eher von traurigen Momenten geprägt. Momente die mir den Boden unter den Füßen entziehen, die mich fallen  und schwach wirken lassen. Momente die ich nicht noch einmal erleben möchte, jedoch unweigerlich wieder erleben muss, alles eine Frage der Zeit.

Das Jahr startete sehr schön, abgesehen von der Diagnose Bandscheibenvorfall. Einen kurzen Augenblick habe ich mich unglaublich verletzbar gefühlt, es brauchte Zeit bis ich damit umgehen konnte. Dann folgte nach dem Urlaub die erschreckende Nachricht: mein Vater ist gestorben, alleine für sich. In seiner Wohnung, ohne einen Menschen an seiner Seite musste er diesen schweren Weg gehen. Egal wie bösartig Menschen sein können, egal welche Fehler sie im Leben machen -  man muss lernen zu vergessen und zu verzeihen. Für mich ein absoluter Schock, natürlich habe ich es ihm die ganzen Jahre gewünscht, da er sich nie um mich gekümmert hat und fragte wie es mir geht. Er hat mich im Stich gelassen. Ich war zu naiv um zu verstehen, dass das Leben so kurz sein kann. So einsam und schmerzhaft. So traurig. Durch diese Erfahrung habe ich viel über mich selbst gelernt, auch wenn ich diesen Menschen nie kennen gelernt habe, so ist er ein Teil von mir. Nach dem langen warten von knapp 8 Monaten konnte ich dann meinen Vater zu Grabe tragen. Ich konnte ihm am Grab noch nicht verzeihen, dennoch wollte ich ihn diesen letzten Schritt nicht alleine gehen lassen. Das einzige was ich als Tochter wirklich noch tun konnte, war da zu sein. Dort am Grab zu stehen, Kinderbilder überrannten sich in meinen Gedanken, ich konnte es nicht verstehen. Weg, Ruhe, es war vorbei. Der Kampf gegen den Krebs schien aussichtslos und so nahm er ihn mit sich. Zog ihn in seinen Bann und beendete das Leiden. Eines der wohl traurigsten Ereignisse in meinem Leben und zurück bleibt eine Tochter die Fragen hat. Die wissen will ob sie geliebt wurde, ob es Gedanken an sie gab. Fragen die nie beantwortet werden können, Fragen die zu schmerzhaft sind um sie zu stellen und doch geistern sie in den unruhigen Gedanken umher.

Warum ist Liebe nur so schmerzhaft? Warum ist die Menschheit so schnelllebig wie die Welt die sie umgibt? Sitze ich in der Stadt und beobachte die Menschen so sind sie mir fremd. Stress, Wut, Angst, Unzufriedenheit – so viele sind so, müssen sie es denn sein? Findet man nicht immer einen Weg glücklich zu sein? Gibt es nur eine Chance im Leben oder ist es wie der Irrglauben von der Katze mit den 9 Leben? Hat jeder Mensch nur eine Chance im Leben glücklich zu sein? Stimmt der Satz: „Jeder ist seines Glückes Schmied?“ Geht die große Liebe, findet man dann wieder eine oder ist sie dann weniger große Liebe? Mit der großen Liebe gingen Pläne, ging die Zukunft – wieder entriss es mir den Boden unter den Füßen, wieder nahm es mir den Halt. Wieder musste ich kämpfen, wieder musste ich mir Schwäche eingestehen. Wieder blieb ich mit vielen offenen Fragen sitzen – immer noch unbeantwortet.

Erst jetzt, ein halbes Jahr später kann ich den Schmerz wirklich zulassen, ihn mit Tränen verarbeiten, ihn ganz tief an mich heran lassen. Wieder fühlt es sich grausam an, es können viele liebe Menschen bei einem sein, dennoch bleibt dieses Gefühl von ALLEINE sein immer bestehen. Es scheint etwas aus meinem Leben entrissen worden sein, was ich gebraucht habe. Ja die Zeiten werden sicher wieder besser – irgendwann, doch was macht man in der Zeit, in der der Schmerz einen fast auffrisst? Ablenken,  funktioniert nur für den kurzen Moment, Weinen bringt nicht den gewünschten Effekt von Befreiung mit sich. Also was macht man dann?

Ein Versuch sich den Frust, die Angst, die Trauer und die Wut von der Seele zu schreiben. Es wirkt eine kurze Zeit befriedigend, doch dann kommt die stille Nacht. Zeit die mit Nachdenken verschenkt wird. Was hätte besser laufen können in meinem Leben? Musste das alles sein? War das alle eine Prüfung? Was kommt danach? Seelenfrieden und Zufriedenheit?

Etwas Gutes hat dies alles natürlich auch, Freundschaften die bereits bestanden wurden vertieft, es entstand eine ganz neue Beziehung zueinander. Das Vertrauen fiel schwer, aber der Anfang war gemacht. Nun Griff ich danach und versuchte mit dem was ich da gefunden hatte glücklich und zufrieden zu werden. Neue Freundschaften entstanden, liebe Menschen wurden kennen und lieben gelernt. Manchmal muss man ein Feld niederbrennen, um neu Wirtschaften zu können. Der Schmerz, ein ständiger Begleiter, egal ob körperlich oder psychisch. Liebe kann nicht zugelassen werden, die Wunden sind noch immer nicht verheilt. Die Angst im Hinterkopf nie wieder lieben zu können, Angst allein gelassen zu werden, Unsicherheit etwas falsch zu machen.

Das tiefe Innerste wird tief nach innen vergraben, die Menschen sollen es nicht sehen, sollen sich nicht sorgen, sollen keine Fragen stellen. Nebeneinander her leben, so viele Menschen habe ich so gesehen, das ist nicht meine Zukunft, sondern den ihre.

Mit erhobenem Haupt wird das Jahr 2017 hoffentlich besser, zeigt mir die schönen Seiten des Lebens und lässt es mich ausschöpfen und genießen. Ein Jahresrückblick mit tiefen und verletzten Gedanken, mit Schmerz aber auch mit tiefer Hoffnung auf das Gute.
An alle da draußen die Leiden oder leiden mussten, es wird besser. Irgendwann!!! Nur Mut und Zuversicht!!


Josi

Mittwoch, 21. Dezember 2016

Jagdliche Veränderungen eines Revieres



Veränderungen im Revier entstehen durch bewusstes Tun des Jägers oder durch land- oder forstwirtschaftliche Arbeit, durch Straßenbau oder durch die Natur selbst. Der Wille des Jagdherrn und vor allem die Ziele die er hat, haben einen erheblichen Einfluss auf das Revier.
In der Regel wird am Anfang der Jagdpachtperiode sehr viel Geld und Zeit für Revierarbeiten investiert. In Eigenjagdrevieren ist oft eine erhöhte Entwicklung zu erkennen, wenn der alte Eigentümer an den neuen Eigentümer übergibt oder deren Kinder groß genug sind und sich selber in die Jagd einbringen können, so sie es denn dürfen. In vielen Eigenjagdrevieren ist aufgrund von mangelnder Passion sehr wenig in Bezug auf die Hege passiert.

Ein Beispiel aus einem Feldrevier in Schleswig-Holstein, in dem der Eigentümer die Jagd selber betreibt, aber im Grunde keine Zeit und auch keine zu große Lust hat, sich richtig um die Bewirtschaftung zu kümmern:

Ein landwirtschaftlicher Betrieb mit 230 ha arrondierter Fläche. Etwas kopierter Landschaft, wo einzelne Feldgehölze und auch Teiche zu finden sind. Hauptsächlich Felder, die landwirtschaftlich intensiv bewirtschaftet werden. Die Hauptwildart beim Schalenwild ist Rehwild, als Wechselwild ist Schwarzwild und Damwild vorhanden. Das Niederwild wird vertreten durch das Raubwild, Hasen, Enten und zunehmend Gänse. In der Vergangenheit wurde das Revier durch den Vater des Besitzers bewirtschaftet der, ab und zu seinen Rehbock erlegte und auch für die Verwandtschaft wurde mal ein Bock freigegeben. Jagd durfte kein Geld kosten und auch keine zusätzliche Arbeit machen. Der Sohn ist im Grunde jagdlich von denselben Voraussetzungen, nur dass er es mit neuen Herausforderungen zu tun hat. Nämlich mit der Tatsache, dass er seit zwei Jahren mit Wildschäden zu kämpfen hat. Durch die steigenden Schwarzwildbestände und auch durch die Gänse ist die Jagd für ihn zu einem richtigen Thema geworden. 

In dem Revier waren keine jagdlichen Einrichtungen vorhanden und es gibt auch keine Begehungsscheininhaber. Jegliche jagdliche Struktur ist nicht vorhanden. Wie kann so ein Revier sinnvoll aufgebaut werden? Als erstes war es wichtig die Ziele zu definieren. Dafür bedurfte es einen Stift und einen Zettel, um aufzuschreiben, was der Jagdherr denn überhaupt möchte. 
Hier war es recht einfach, denn er wollte die Jagd nicht verpachten und sein Hauptziel war die Verringerung des Wildschadens. Also ging es um Sauen und Gänse. Anhand von Karten und einer Revierfahrt im Herbst wurde sehr schnell deutlich, das es sich um ein Dornröschenrevier handelt. 

Das Schwarzwild war sicher nicht mehr als Wechselwild einzustufen. Die Feldgehölze sind voll mit Brombeeren und oben drüber steht ein Eichen-/ Buchen-Mischwald. Das gesamte Revier mit Hochsitzen zu bestücken nützt nichts, wenn hinterher kein Jäger diese Sitze besetzt. Also mussten Jäger gefunden werden, die bereit waren Abend- und Morgenansitze und auch bei den Mondphasen die Nachtansitze durchzuführen. Des Weiteren sollten die Jäger die Gänsebejagung durchführen. Zu den weiteren Aufgaben zählten die Wildbret-Vermarktung und der Abschuss vom Reh und Damwild. Für das Revier sollten zwei Jäger gefunden werden, die aus der näheren Umgebung sind. 

Es wurden Hochsitze und Leitern aufgestellt, die nach Bedarf auch mit dem Frontlader umgestellt werden können. Fertigbausätze waren schnell über die Website https://www.werjagtwas.de/de/revierarbeiten im Internet bestellt und die Anlieferung per Lkw klappte einwandfrei. Weiter wurde eine Kühlung angeschafft und zwei Wildkameras. Durch diese gemeinsame Aufbauaktion lernten die neuen Jäger das Revier schnell kennen. Es wurde eine Hochsitzkarte erstellt und eine WhatsApp-Gruppe eingerichtet. Auch eine Kirrung in einem Schilfgürtel wurde eingerichtet.

Die Motivation des Landwirtes so viel Geld auszugeben, lag in der begründeten Notwendigkeit die eigenen Ziele zu erreichen. So hat es auch nicht lange gedauert, bis die ersten Stücke zur Wildkammer gefahren wurden. Der Wildschaden wurde durch die Bestellung der Jäger nicht komplett eingestellt, aber er wurde über die Jahre deutlich verringert. Auch die Jagd wurde ebenfalls weiterentwickelt. Die Enten an den Teichen wurden ab und zu bejagt und auch dem Raubwild wurde nachgestellt. Durch die Präsenz der Jäger im Revier wurde auch das Rehwild interessant, da die alten Böcke plötzlich bekannt waren. Auch eine spontane kleine Gesellschaft nach einer Neuen wurde mit Erfolg eingeladen. Die Jäger bitten den Landwirt die eine oder andere Ecke für das Wild stehen zu lassen und dort einen Wildacker anzulegen. Verlandete Teiche wurden ausgebaggert und einige Weidenstecklinge dort gesteckt.

Der Sohn des Bauern ist 9 Jahre alt und sein schönstes Erlebnis ist es mit den Jägern rauszugehen. So kommt es, dass der Vater und der Sohn schon das eine oder andere Mal alleine im eigenen Revier auf einem Hochsitz gesichtet wurden. Jagd ist nicht nur als nüchterne Arbeit zu verstehen, sondern auch als gesellschaftliches Bindeglied. Ein gemeinsames Projekt, wo jeder weiß, wie es besser geht und auch wie es noch richtiger gemacht werden kann. 



Vielen Dank an WerJagtWas.de, die mir diesen Artikel zur Verfügung gestellt haben und einen besonderen Dank an Herr von Papen und Herr Schröder für die gute Zusammenarbeit.


Ich wünsche Waidmannsheil und viel Spaß beim Lesen



Eure Josi


Sonntag, 4. Dezember 2016

Testbericht: Drückjagdset von Pinewood

Der Winter kommt nun mit großen Schritten, dennoch sind die Drückjagden noch im vollen Gange. Mein großes Glück war, dass ich diese Saison ein Drückjagdset von Pinewood testen konnte. Hose sowie Jacke sind Wind-, Wasser- und Atmungsaktiv und daher für eine Herbst- oder Winterjagd super geeignet. Hier geht`s zum Bericht:
Die Pinewood Wolf Damen Jagdhose:
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Ich habe sie mir in der Größe 38 liefern lassen und muss sagen, sie passt sehr gut. Hier kann man locker die ein oder andere Thermounterhose drunter ziehen und hat immer noch genügend Bewegungsfreiheit. Mittlerweile habe ich noch einen breiten Gürtel reingezogen, fühlt sich für mich irgendwie doch angenehmer an. Am hinteren, unteren Rücken ist sie etwas höher geschnitten, perfekt um die Nieren vor Kälte zu schützen. An dieser kleinen Höhe befinden sich zwei kleine Knöpfe. Diese sind dafür gedacht, um Hose mit der Jacke zu verbinden. Der verstellbare Hosensaum ist durch einen Druckknopf und Klippverschluss schnell an die individuelle Beinbreite anpassbar. An der Hose befinden sich zwei Gesäßtaschen, zwei Beintaschen und zwei Hosentaschen. Gesäß- und Beintaschen sind durch einen Reißverschluss zu öffnen und schließen.
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Am hinteren Oberschenkel befinden sich beidseitig zwei Belüftungsschlitze, die für eine gute Atmungsaktivität sorgen. Innen ist die Hose mit Netzstoff ausgekleidet, der grüne Oberstoff ist etwas derber und bietet somit Schutz vor kleineren Dornbüschen. Das Realtree, sowie das Orange-Realtree ist in einem weicheren Stoff angefertigt und fühlt sich sehr angenehm an. Nicht nur für die Drückjagden eine tolle Hose fürs Revier, sondern wie ich finde auch für die normalen Ansitze. Ich nutze sie mittlerweile hauptsächlich noch dafür. Absolut geräuscharm und sehr bequem!
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Die Pinewood Red Deer Jacke:
dsc01651Der Oberstoff ist wie bei der Hose weich und angenehm anzufassen, innen wurde wieder Netzstoff verwendet. Die Jacke hat vorne zwei normale Jackentaschen und hinten eine große Hasentasche. Im Schulterbereich befinden sich beidseitig zwei Taschen, gut geeignet für die GPS-Handgeräte. Auf der linken Innenseite befindet sich eine Handytasche, auf der rechten Innenseite eine etwas größere Tasche. Die Jacke ist etwas länger geschnitten, somit ist auch von oben der Nierenschutz gewährleistet. Schön finde ich die Kombi aus Realtree und dem Drückjagdorange-Realtree. Die Kapuze ist durch Druckknöpfe leicht abnehmbar und genauso schnell wieder zu befestigen. Durch Klettverschluss an den Handgelenken kann die Breite ganz leicht eingestellt werden.
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An den Flanken sind beidseitig große Luftschlitze, diese garantieren eine gute Atmungsaktivität. Für den herbstlichen Übergang ist die Jacke super geeignet. Bei sehr kalten Temperaturen wär eine Fleeceunterjacke empfehlenswert und dann hält man es locker 3-4 Stunden bei ca. 3 Grad aus. Ich trage die Jacke, genauso wie die Hose super gerne auch auf Ansitzen. Noch einen dicken Schal drum und eine Mütze auf den Kopf und es ist perfekt.
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Verbesserungsvorschläge: 
Das einzige was ich an dem Modell verbessern würde, wären obere Brusttaschen um dort noch eine Möglichkeit zu haben, die Hände wärmen zu können.

Zu beachten:
Nach dem Waschen sollte das Set wieder imprägniert werden, um den optimalen Regenschutz zu bekommen. Also die Imprägnierung nicht vergessen!!!

Fazit:
Das Set von Pinewood ist, wie ich finde sehr gelungen. Die Farbkombi trifft auf alle Fälle meinen Geschmack und das Preis-Leistungsverhältnis ist einfach unschlagbar. Die Jacke gibt es für 219,00€ und die Hose für 159,00€.

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Waidmannsheil
Eure Josi

Mittwoch, 29. Juni 2016

Waldtag mit dem Forst


Leute, was für ein Tag ;-)

Ging schon super mega toll los.

Die erste Zusammenarbeit mit dem Thüringen Forst und mir stand bevor und ich war schon aufgeregt. Was mich genau erwartete, konnte mir vorher niemand sagen sondern nur so einen groben Ablaufplan.

Bevor es los ging, bin ich schnell unter die Dusche gesprungen, habe mich fix angezogen und meine Haare gemacht. Na toll, das falsche Haarspray gegriffen...Wuhuuuuu Glitzer in den Haaren, total gut geeignet für den Waldtag. Naja so ist das, wenn man eine Schwester hat, die im Karnevalsverein ist. ;-)
Schnell versucht es rauszubürsten, klappte nur mittelmäßig und dann musste ich ja auch los.
Passt ja wieder mal super. Ich hab schnell meinen Jagdhut aufgesetzt und gehofft das es niemand sieht.

Angekommen, waren schon die ersten Kinder da. Ich habe mich beim Chef angemeldet, der bemerkte natürlich mein Glitzer im Haar----Peinlich----. Ich hab mir dann mein Futterpaket geben lassen und kurz nochmal bisschen was besprochen und dann bin ich los zu meiner Station. Bisschen aufgeregt war ich ja schon. Ich hab ewig lange daraufhin gefiebert und nun war der Tag da.

Es war aber nicht mal nur ein einfacher Waldtag, Wir erwarteten hohen Besuch vom Staatssekretär und seinem Gefolge. Die wollten sich das ganze Programm ansehen und ich war mit dabei ;-). Wuhuuu



Ich wartete bis halb neun an meiner Station, dann kam die erste Gruppe. Diese süßen Zwerge kamen freudig auf mich zugerannt und waren total aufgeregt. Ich wartete bis sie alle bei mir waren und erklärte ihnen meine Station.





An meiner Station mussten sie die einzelnen Holzstapel der Baumart (Buche, Lärche, Fichte) zuordnen und sie schnellstmöglich an den vorgegebenen Platz wieder aufstapeln. Spannend war für mich zu sehen, wie unterschiedlich die Kinder miteinander agierten und wie sie an die Sache heran gingen. Alle gelangen glücklich und zufrieden an ihr Ziel.



So ging das dann bis 11 Uhr, immer im 10 Minuten Takt. Es war richtig toll.

Zwischendurch kam der Staatssekretär mit seinen Kollegen und schaute sich jede einzelne Station an. Ein klein wenig war ich ja schon aufgeregt, als die versammelte Mannschaft neben mir stand, aber ich hab es mir nicht anmerken lassen und mein Programm mit den Kindern weiter durchgezogen.

Spannend waren auch die Fragen, für die es Extrapunkte gab. Die Birke wurde total schnell erraten, die fünf essbaren heimischen Pilze, waren manchmal schon ein bisschen schwieriger. Aber mit kleinen Tipps, haben alle diese kleine Hürde gemeistert.

Die zweite Aufregung neben dem Staatssekretär, war das MDR. Vom Fernsehehen hat mir niemand was gesagt ;-). Naja, Bauch einziehen und weiter geht`s. Wie ich gerade eben sehen konnte, wurden zwei Teile von mir mit reingenommen. Wuuuuhhhhuuuuuuuuuu!!!!!!!!!!!

Der Tag war für mich einfach gelungen. Neben den strahlenden Gesichtern der Kindern, was schon Lob genug war, flog Lob vom Staatssekretär, der Forstamtleiterin und den einzelnen Pädagogen auf mich zu. Genau das bestätigt mich weiter zu machen.
Kinder und der Wald sind einfach meine Leidenschaft und mein Leben. Ich freue mich auf die nächsten drei Tage im Jahr 2017.
Anfang August hab ich nochmal einen Termin mit einer kleinen Gruppe. Für mich die absolute Erfüllung und Leidenschaft, den kleinen Menschen die Natur näher bringen zu können.
Ich für mich weiß, dass ich alles richtig gemacht habe und das mein Leben ist. Nichts anderes möchte ich machen!!

Zum kleinen Abschluss gab es eine kleine Auswertung und eine echte Thüringer Bratwurst ;-). Den Heimweg trat ich mit meiner Nichte zusammen an. Wir pflückten noch ein paar Walderdbeeren, die wir uns zum Abendbrot gut schmecken lassen haben.



Ein rundum gelungener Tag und ich für meinen Teil, bin froh den Kindern meine Leidenschaft für die Natur nahe bringen zu können. Es wird weiterhin eine Zusammenarbeit mit dem Thüringer Forst geben. Über die Chance so mit Kindern, Jugendlichen und auch Erwachsenen arbeiten zu können, bin ich sehr dankbar.

http://www.mdr.de/mediathek/fernsehen/sendung667274_ipgctx-false_zc-171a0f60_zs-1638fa4e.html

Ab der Minute 8:30 könnt ihr mich sehen. Na wer hat mich entdeckt??? Als Tipp: ihr seht mich zwei Mal ;-)


Waidmannsheil Josi